Blick von der Nuthaschen Mühle um 1930

„Schaue Vorwärts nie zurück,
neuer Mut bringt Lebensglück“

Das heutige Ferienhaus Nuthasche Mühle Nr.2 blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Erbaut im Jahr 1864 als Wohnhaus des Obermüllers der Nuthaschen Wassermühle, stand es zunächst allein auf dem Gelände. Mit der Zeit entwickelte sich das Anwesen weiter: Auf der rechten Seite entstand ein weiteres Wohnhaus, und dahinter ein Wirtschaftshof mit Scheune. Im Jahr 1904 kam schließlich ein letztes Wohngebäude für den Hauptbuchhalter die Nuthasche Mühle Nr.1 hinzu.

In den 1950er Jahren begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses. Unsere Großeltern kamen als Flüchtlinge aus dem Sudetenland nach Nutha – mit wenig Gepäck, aber mit viel Mut und Hoffnung. Unter den wenigen Dingen, die sie aus ihrer alten Heimat retten konnten, befanden sich auch drei Sinnspruchbilder. Eines davon begleitet unsere Familie bis heute ganz besonders: „Schaue vorwärts, nie zurück – neuer Mut bringt Lebensglück.“ Dieser Satz war für unsere Großmutter mehr als nur ein Spruch – er war Haltung, Trost und Antrieb zugleich. Und er ist bis heute im Haus zu finden, stiller Zeuge eines Neuanfangs und zugleich ein Stück gelebter Familiengeschichte.

das Haus in Blickrichtung Mühle 1986

Nach mehreren Stationen innerhalb des Dorfes fanden unsere Großeltern schließlich mit ihren vier Kindern ein Zuhause auf dem Mühlengelände. Zunächst lebten sie im Hauptwohnhaus der Mühle, bevor sie in den 1960er Jahren in das Haus Nuthasche Mühle Nr.2 umzogen.

Dort teilten sie sich den Wohnraum über viele Jahre hinweg mit einer weiteren Familie – eine Zeit, die von Nähe, gegenseitiger Unterstützung und echtem Zusammenhalt geprägt war. Nach dem Tod unseres Großvaters im Jahr 1979 blieb unsere Großmutter in diesem Haus, das längst zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden war, bis zu ihrem eigenen Lebensende.

Seit 1995 befindet sich das Haus im Besitz unserer Familie. Unsere Mutter hat es mit viel Engagement, Geduld und Liebe umgebaut und weiterentwickelt. So entstand nach und nach das heutige Erscheinungsbild – ein Haus, das Tradition bewahrt und dennoch mit der Zeit gegangen ist.

Nach dem Tod unserer Mutter im Jahr 2023 haben wir das Haus schließlich zu einem Ferienhaus umgestaltet. Es war unser Wunsch, diesen besonderen Ort nicht nur zu erhalten, sondern ihn mit anderen zu teilen – vor allem die Ruhe, die ihn umgibt, und die besondere Atmosphäre, die man kaum in Worte fassen kann, sondern erleben muss.

Oma Anna Kartoffeln schälend in ihrer Küche

Heute verbindet das Haus moderne Annehmlichkeiten mit dem Charme vergangener Zeiten. Besonders der Kachelofen erfüllt das Wohnzimmer mit einer wohligen Wärme und erinnert an frühere Tage – an Geschichten, Gespräche und das einfache, echte Leben. Für uns ist die Nuthasche Mühle Nr.2 weit mehr als nur ein Gebäude. Schon als Kinder verbrachten wir hier unzählige Ferien – „auf der Mühle“, wie wir sagen. Es war ein Ort voller Freiheit, Geborgenheit und unvergesslicher Momente. Und auch für unsere eigenen Kinder ist dieses kleine Haus heute ein Rückzugsort geworden, ein Platz zum Durchatmen in einer oft hektischen Welt.


Dieses Haus ist nicht nur ein Ort – es ist ein Gefühl.
Ein Stück Heimat, das Generationen verbindet.